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Vorschau
IM NOVEMBER
MUSEUM FÜR TANZ
2009 ist das Museum zum Ort des Tanzes geworden. Sasha Waltz ist mit seiner
wiedererweckten Architektur in Dialog getreten. Aus Sehnsucht nach einer
Dauer, die ihrer Kunst verwehrt ist? Nach dem Tod der Legenden Bausch und
Cunningham stehen die Erben vor der unlösbaren Aufgabe, wenn nicht ihr
Andenken, so doch ihr Werk am Leben zu halten.
Aber selbst die Tanzhistoriker geben zu: Archive tanzen nicht. Oder? Im
bretonischen Rennes behauptet der Choreograf und rührige Aktivist Boris
Charmatz das Gegenteil. Per Manifest möchte er die Worte "Zentrum",
"choreografisch" und "national" streichen - lieber solle die von ihm
geleitete Institiution "Musée de la danse" heißen. Ein Sehnsuchtsort auch
für ihn. Aber offen, schillernd und kreativ. Ein Lebens-Raum des Gestern,
Heute und Morgen, für Kartografie und Exploration, Tradition und
Spekulation, für Spektakel und Gedankenaustauisch, zu dem Charmatz
regelmäßig einlädt. Tanz, der mit jedem Schritt Geschichte schreibt, braucht
Museen, die sich bewegen.
IM DEZEMBER
PINA BAUSCHS ERBE
Wie geht es weiter mit dem Wuppertaler Tanztheater? Zum
Zeitpunkt, an dem diese Zeilen geschrieben werden, weiß es keiner.
Was geschieht mit einer der besten Kompanien der Welt? In
Venedig, zur Tanzbiennale, hatte Pina wohl zum ersten Mal
überhaupt ein Solo an eine Schule verschenkt. Drei Minuten aus
«Nefés», ihrem Türkei-Stück von 2003. Das Solo funktionierte,
das Wunder von Wuppertal ist also stark genug, um weiterzuleben.
Auch durch Lutz Förster, der seine Erfahrung an der Folkwang-
Hochschule weiterreicht. Auch durch Jo Ann Endicott, die so
zahlreiche Wiederaufnahmen betreute. Aber genauer wissen wir
es nicht. Im November wissen wir mehr.
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